1604488270-Animation3.gif

Die Produktion von Kunststoff ist weltweit zwischen 1950 und 2015 von 1,7 auf 322 Millionen Tonnen angestiegen. Ein eindrucksvoller Siegeszug für ein Material, das als „Alleskönner“ gilt. Ohne Plastik geht es kaum im Alltag – aber mit wird’s auch schwierig ... Hier die wichtigsten Informationen zum umstrittensten Rohstoff unserer Zeit:

Plastik – so nennen wir umgangssprachlich Kunststoff. Ein vielseitig einsetzbarer Stoff, der künstlich im Labor erzeugt wird. Er besteht aus kleinen chemischen Bausteinen, die sich zu größeren Einheiten zusammenschließen können. So kommen diese Bausteine etwa in langen Ketten oder als Netz vor. Die Zahl der Bestandteile kann je nach Kunststoffart stark variieren – von einigen hundert bis zu mehr als eine Million.

Der Begriff „Plastik“ geht auf das Griechische zurück und bedeutet geformte oder formende Kunst. Denn aus dem ersten Kunststoff, genannt Kasein, der im 16. Jhdt. erstmals erwähnt wurde – offenbar wurde er aus Milcheiweiß hergestellt – wurden Gefäße und Schmuck gefertigt.

Hergestellt werden Kunststoff-Bausteine chemisch, mit einem Verfahren, das man Synthese nennt. Ausgangsmaterial sind meist nicht-erneuerbare Rohstoffe wie Erdöl und -gas sowie Kohle. Wenn man von Biokunststoffen spricht, kommt das Ausgangsmaterial von Pflanzen.

Bei den unterschiedlichen Kunststoffarten finden wir in der Bezeichnung oft den Begriff „Poly“ – kommt aus dem Griechischen und heißt „viel“. Das hängt damit zusammen, dass Kunststoff aus vielen, miteinander verknüpften Bausteinen besteht. Poly-Propylen – ein Massenkunststoff mit dem stärksten Wachstum, der für Verpackungen eingesetzt wird – besteht somit als vielen Propylen-Einheiten. 

Plastik ist ein fester Bestandteil unseres Alltags. Jeder Kunststoff hat besondere Eigenschaften – es gibt weiche und elastische Kunststoffe, die etwa für die Produktion von Plastiksackerln verwendet werden. Harte Kunststoffe dagegen braucht man für Getränkeflaschen.

Ob ein Kunststoff hart oder weiche, elastisch oder bruchfest ist, wird bei der Synthese im Herstellungsprozess entschieden. So werden Zusatzstoffe wie Weichmacher, Stabilisatoren, Flammschutzmittel oder Füllstoffe beigemischt.

Kunststoff mit seinen einzigartigen und vielfältigen Eigenschaften trat den weltweiten Siegeszug in den frühen 1990er Jahren an. Plastik galt als schick, sauber und modern und wird bis heute als „Alleskönner“ gefeiert Das Material, das bruchfester als Glas, leichter als Metall und kostengünstig in der Herstellung ist, verdrängte herkömmliche Produkte und drang in nahezu alle Bereiche des Lebens vor. Heute zählen PVC, Polyethylen und Polypropylen zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Kunststoffen.

Aus der Medizin, Elektronik, Mobilität, der Baubranche und der Verpackungsindustrie ist Kunststoff nicht mehr wegzudenken. In der Medizin ist Plastik ein steriler, vielfältig einsetzbarer Stoff, der in Notfallsituationen Leben retten kann. Bei Blutbeuteln und Infusionsflaschen wird klar, welche Bedeutung Plastik in der Medizin hat. Kunststoff ist praktisch, weil kostengünstig und daher gut auch nur einmal verwendbar. Im Kampf gegen die Verbreitung von Keimen, Viren, etc. ist Plastik ein sicherer Verbündeter.

Auch im Lebensmittelhandel schützt Plastik die Lebensmittel vor Keimen, Verschmutzungen oder der Gefahr, beim Transport beschädigt zu werden – durch den Plastikschutz bleiben die Lebensmittel hygienisch unbedenklich und so länger haltbar. Trotzdem ist es ratsam, an die Umwelt zu denken und zu unverpackten Lebensmittel zu greifen.

Plastik bzw. Kunststoff hat Bereiche in unserem Leben erobert, in denen es von großem Nutzen sein kann. Deshalb sollte man das Thema von mehreren Seiten beleuchten. Das Problem besteht darin, dass Plastik im absoluten im Übermaß verwendet wird – zum Teil aus Bequemlichkeit oder auch dort, wo es nicht wirklich notwendig ist – Strohhalme, Kaffeebecher, etc. Und in diesen großen Mengen wird das Ganze gefährlich.

Probleme bereitet uns vor allem Mikroplastik, das sind Plastikteilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind. Primäres Mikroplastik wird bereits so klein produziert, zum Beispiel in der Kosmetik als Peelingteilchen. Kann durchaus sein, dass Ihre Zahnpasta Mikroplastik enthält, ...

Sekundäres Mikroplastik entsteht, wenn sich größere Plastikteile durch Wetter, Zerstörung und UV-Strahlung zersetzt. So werden zum Beispiel achtlos weggeworfene Plastiksackerl oder PET-Flaschen zu Lieferanten von Mikroplastik. Daneben gibt es etliche andere Quellen von Mikroplastik, etwa Kunststoff-Fasern von Textilien, die sich beim Wäsche-Waschen lösen. Auch durch den Abrieb von Autoreifen entsteht Mikroplastik.

Zum einen fressen Tiere Mikroplastik, weil sie es für Nahrung halten. Nur ist Plastik unverdaulich – die Tiere verhungern bei vollem Magen. Werden sie vorher vom Menschen gegessen, landet Mikroplastik auf diesem Weg auch in unserem Verdauungssystem.

Zum anderen enthalten Kunststoffe Weichmacher, Flammschutzmittel, Farbstoffe und UV-Stabilisatoren. Über die Nahrungskette gelangen die Plastikteilchen und ihre Schadstoffe in den menschlichen Körper und können sich dort anreichern. Wie weit das für den menschlichen Körper schädlich ist, drüber finden gerade intensive und heftige Diskussionen weltweit zwischen ExpertenInnen und EntscheidungsträgerInnen statt.

In Europa entstehen jedes Jahr 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle. Ziel der Plastikstrategie der EU ist es, Kunststoffabfälle zu reduzieren und das Recycling zu forcieren. Ab 2030 sollen alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclingfähig sein. Außerdem soll der Verbrauch an Einwegkunststoffen auf dem EU-Markt reduziert und die Verwendung von Mikroplastik in Kosmetik, Farben oder Reinigungsmitteln beschränkt werden.

Der Osterhase bringt plastikfreie Geschenke

Ostern steht vor der Tür - wie wär‘s heuer mit plastikfreien Geschenken? Hier drei Tipps:

mehr >

RAUS AUS EINWEG!

Das Land Niederösterreich und die NÖ Umweltverbände wollen die Vermeidung von Einwegplastikprodukten vorantreiben und auch das achtlose Wegwerfen von Plastikabfällen reduzieren. Eine mit Partnern erstellte Informationskampagne soll den Weg dahin ebnen.

mehr >
VideosKontaktDatenschutzImpressum